
Alles lauter als alles andere? Überhaupt nicht…
April 8, 2010Als Vorbereitung für Jon Lords baldiges Konzert in Liverpool am 16. Juni hat einer unserer Leser, Richard Archer-Jones, eine Nachricht an Jon Lord auf dieser Webseite gepostet. Hier ist Jons Antwort:
Lieber Richard
Danke für die Fragen und Ihr Interesse.
>Ich habe gerade gesehen dass Sie in Kürze in Liverpool sind und dass Sie Pop und klassische Musik kombinieren.
Ich ziehe es vor über das was ich tue, oder zumindest einen Teil von dem was ich tue, und über mehr als 40 Jahre getan habe, als Kombinieren von elektrischer und akustischer Musik zu denken. Der Ausdruck “klassische Musik” macht mir nicht so sehr viel aus, obwohl er so oft missbraucht wird, ich bin mehr gegen den Ausdruck “Popmusik”, wenn er auf mein Werk angewendet wird!
>Ich bin daran interessiert, ein Ticket zu bestellen
Prima! Bitte kommen Sie vorbei.
>Werden die akustischen Instrumente in beiden … Gruppen genau die gleiche (Sound)Verstärkung erhalten?
Zuerst lassen Sie mich erklären worum es bei dem Konzert geht. In der 1. Hälfte ist das Hauptwerk das gespielt wird mein neues Stück To Notice Such Things. Dies ist ein Werk für Soloflöte, Piano und Streichorchester und wurde kürzlich aufgenommen und veröffentlicht von The Royal Liverpool Philharmonic. Es dauert ungefähr 27 Minuten. Dies wird gefolgt von ein paar weiteren kurzen Stücken für eine ähnliche Besetzung von mir. Diese Musik ist von Natur aus gänzlich akustisch und wird ohne Verstärkung gespielt werden.
Nach der Unterbrechung werden wir mein Concerto for Group & Orchestra von 1969 spielen. Die Musik ist für ein großes Orchester plus Hammondorgel, Gitarre, Bass, Schlagzeug und Sänger. Dieses Stück wird, aufgrund seiner ureigensten Natur, verstärkt werden. Ich habe dieses Stück überall auf der Welt gespielt – mehr als 20 mal in den letzten 2 oder 3 Jahren – und ich bin zuversichtlich dass ich den Weg gefunden habe, es zu präsentieren ohne den Klang des Orchesters ODER den Klang der Gruppe zu kompromittieren. Ein über-verstärktes Orchester ist ein unnatürlicher und oft hässlicher Klang und ist für mich ein Greuel; deshalb arbeite ich hart um das Stück so “natürlich” wie möglich in der Konzerthalle klingen zu lassen. Dieses Stück wurde geschrieben um die Verdienste beider Stile zu präsentieren, nicht um ihre relativen Unzulänglichkeiten auszubeuten.
>Ich bin besorgt dass all die akustischen Instrumente genau die gleiche Behandlung erfahren d.h. entweder verstärkt oder alle nicht verstärkt…
Bitte seien Sie nicht besorgt. Was wäre der Zweck, ein 75-köpfiges Orchester zu engagieren nur um es von einer überlauten Gruppe übertönen zu lassen?
>Wenn man beide musikalischen Genres mixt denke ich dass es entscheidend ist, dass alle die gleiche Behandlung erfahren sollten.
Wiederum stimme ich zu, und wiederhole meinen Punkt über den Grund dafür, dass ich das Stück ursprünglich geschrieben habe.
Ich hoffe wirklich dass Sie zu dem Konzert kommen werden und seine Vielfalt genießen werden – eine Vielfalt die mein musikalisches Leben diese letzten 40 Jahre und mehr definiert hat.
Mit freundlichsten Grüßen
Jon
16. Juni – Liverpool, England – Liverpool Philharmonic Hall – bekommen Sie Tickets - Concerto for Group and Orchestra + To Notice Such Things + Evening Song dargeboten von Jon Lord mit Steve Balsamo (Gesang), Steve White (Schlagzeug), Don Richardson (Bass), Mark Zyk (Gitarre) mit dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra unter der Leitung con Clark Rundell.


