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Jon Lord wird die gesamte Sarabande Suite aufführen

September 12, 2010

Jon Lord hat seine Sarabande Suite von 1975 überdacht und plant, sie in diesem Herbst live aufzuführen. Sarabande ist eines von Jon Lords erfolgreichsten und meistgeliebten Orchesterwerken.

- In Budapest, am 18. dieses Monats, werde ich die Sarabande Suite zum ersten Mal überhaupt live spielen. Das heißt, in ihrer Gesamtheit und in derselben Reihenfolge wie auf der Originalaufnahme.

- Ich habe natürlich Gigue und Bourrée viele Male gespielt und gelegentlich Pavane und Sarabande, aber dies ist das erste Mal dass die Suite ‘ganz’ gemacht wurde.

Aufgenommen 1974 in Oer-Erckenschwick nahe Köln mit dem jetzt aufgelösten Philharmonica Hungarica Orchester unter der Leitung von Eberhard Schoener, enthält die vollständige Suite:

Fantasia
Sarabande
Aria
Gigue
Bourrée
Pavane
Caprice
Finale

Auf der Originalaufnahme finden sich auch Andy Summers an der Gitarre (später mit The Police), Pete York am Schlagzeug, Mark Nauseef an den Percussions (später Schlagzeug mit der Ian Gillan Band und Thin Lizzy) und Paul Karass am Bass.

Orchestrierte Auffrischung
- Ich habe die Gelegenheit wahrgenommen, die Orchestrierung von 1975 aufzufrischen, und habe deshalb auch Aria orchestriert – das auf der Aufnahme mit Piano und Synthesizern gespielt wurde, sowie Caprice, das nur mit der Band war.

- Das Finale hatte ebenfalls eine Überarbeitung um dem Abschnitt ‘Parade der Themen’, der mit Bandschleifen auf der Aufnahme gemacht wurde, zu erlauben live gespielt zu werden. Hatte auch eine Menge Spaß dabei.

Die komplette Sarabande Suite wird ihre Premiere in Budapest am 18. September haben und wird später ebenso in Sofia am 30. Oktober und in Essen am 15. November aufgeführt werden.

- Ich werde sie in der ersten Hälfte anstelle des Concertos for Group and Orchestra spielen. Ich habe auch ein paar interessante Überraschungen für die zweite Hälfte.

Tickets
Kommen Sie zu Ihren Tickets um Jon Lords Sarabande Suite zu hören:
Budapest, Ungarn – 18. September
Sofia, Bulgarien – 30. Oktober
Essen, Deutschland – 15. November

Sarabande
- von Kalifornien nach Oer-Erckenschwick

Die Sarabande Suite trat ins Leben durch das freundliche Anstoßen durch den deutschen Dirigenten Eberhard Schoener, der zuvor mit Jon an der Gemini Suite und am Windows Projekt gearbeitet hatte.

- Eberhard kam zu mir und sagte, ‘du musst ein weiteres Rock meets Classic Ding schreiben.’ Ich hasse diese Phrase, aber er lag mir und Tony Edwards, der zu der Zeit mein Manager war, dauernd in den Ohren.

- Ich wollte das Album Baroque’n’roll nennen, aber Eberhard ließ mich nicht. Er sagte dies wäre ein Witz und das Album müsse ernsthaft sein. Aber ich schreibe keine ernsthafte Musik. Ich schreibe von meinem Herzen, und ich mag es wenn der Unterhaltungsfaktor Teil davon ist. Es gibt kleine Scherze überall in Windows und dem Concerto for Group and Orchestra. Im Concerto gibt es den großen Scherz, wo das Orchester die dumme kleine Melodie bekommt und anfängt, sich damit davonzumachen, und die Band sagt, ‘so, das ist genug! Bam-bam-bam!’

- Da gibt es auch kleine musikalische Scherze in Sarabande, also dachte ich Baroque’n’roll wäre ein guter kleiner Titel. Aber ich denke er hatte wahrscheinlich Recht. Es war besser, sie nicht so zu nennen.

Schreiben am Strand
Sarabande wurde in Kalifornien während 1975 geschrieben.

- Beinahe sofort nach Windows begann ich, dort zu leben. Die ersten sechs Monate in denen ich da draußen war, lebte ich gleich beim Sunset Strip in Hollywood. Ich war nur etwa eine Meile vom Whiskey a Go Go entfernt, und mein Haus wurde zu einer Art Partyzentrale.

- Die Leute fanden heraus wo ich lebte, und als sie um etwa vier Uhr morgens zugedröhnt und volltrunken aus dem Whiskey kamen, tauchten sie einfach bei meinem Haus auf. Ich dachte ich würde mich dort selber umbringen, also zog ich aus an den Strand im Norden von Malibu.

- Ich hatte diese großartige Eigentumswohnung direkt am Strand. Ich lebte alleine und liebte diesen Ort. Am Strand von Kalifornien zu leben war eine der großartigsten Zeiten meines Lebens. Ich hatte eine grandiose Zeit. Ich war frei. Meine erste Ehe  war auseinander gegangen, ich hatte sehr wenig Verantwortung. Ich war noch immer ziemlich jung, ich hatte die Taschen voller Geld, und ich wurde einigermaßen berühmt. Ich konnte es wirklich  nicht viel besser haben als so. Dennoch war ich halbwegs produktiv.

- Ich hatte dieses wirklich scheißalte aufrechte Piano am Fenster, und ich saß am Piano und sah hinaus auf den Pazifischen Ozean. Dies war ein Haken um eine Idee dran aufzuhängen, aber der tatsächliche Titel Sarabande selber ist keine Sarabande. Eine Sarabande ist ein langsamer, gravitätischer Tanz im Dreivierteltakt. Sarabande der Titel ist im Dreivierteltakt, aber er wird kein langsamer, gravitätischer Tanz bis zum Ende.

- Die Gigue ist eine Gigue, und der Titel Bourrée war grob im Tempo der Bourrée, aber als Eberhard die Bourrée zum ersten Mal hörte, sagte er, er dächte sie klänge mehr wie ‘eine Art Bauchtanz!’

- Ich weiß wirklich nicht was die Bourrée ist, aber ich weiß woher sie kam. Ich hatte Bartoks Rumänische Tänze gehört, und ich war fasziniert von dieser fremdartigen Tonart, die in der rumänischen Musik verwendet wird. Es ist eines meiner liebsten Stücke, um es mit einem Orchester zu spielen, weil es so nett vorantreibt, sobald das Piano einfällt.

- Dieser Pianopart war nur ein Gekritzel, das ich davon bekam, dort zu sitzen und auf den Ozean zu sehen. also schrieb ich es nieder und nachdem ich die nächsten paar Tage damit herumspielte, bekam ich die Akkorde, die dazu passten. Es war eine kleine Übung in Rhythmus, aber es stellte sich als wirklich gut heraus.

Aufnahmen in Deutschland
- Um das Album zu orchestrieren hatte ich eine genaue Deadline, weil Eberhard und Tony Edwards das Philharmonica Hungarica für den September 1975 gebucht hatten.

- Nur die großen vier Movements waren orchestriert – die Fantasia, Sarabande, Gigue und Bourrée. Die Zeit lief mir davon, also war Caprice nicht orchestriert, Pavane war nur mit Streichern, und Aria wurde nur mit Piano und Synthesizern gespielt. Seltsamerweise hängt alles zusammen.

- Es gibt tatsächlich ein fehlendes Movement von Sarabande. Es wurde Gavotte genannt. Ich habe noch immer alle Teile und die alten Partituren dafür. Wir hatten keine Zeit, es zu orchestrieren oder aufzunehmen, also liegt es es seither, halb orchestriert, einfach herum.

- Wir probten in München im Verlies, dem Keller im Arabella Haus – und dann wurden wir hinauf nach Düsseldorf geschickt. Es war später Sommer und es war heißer als in der Hölle. Wir blieben in Düsseldorf und nahmen in Oer-Erckenschwick auf. Gesegnet sei sein kleines Herz.

- Dies ist eines der schönen Dinge an der Musik. Wenn es einen Blick auf den Pazifik braucht, um dir zu helfen etwas zu schreiben, dann macht es nicht wirklich was aus. Es war in keiner Weise über den Pazifik, in welcher Gestalt oder Form auch immer.

Autor Vince Budd hat die Sarabande als ‘Jon Lords gewinnendsten individuellen musikalischen Erfolg’ charakterisiert, und als ‘eine Komposition von herausragender Qualität, und wohl Jon Lords am meisten zugängliche Partitur, die orchestrale Kräfte verwendet.’

Sarabande ist sicherlich eines von Jon Lords am meisten zugänglichen Stücken.

- Ja, das denke ich auch. Ich fühlte mich sehr frei und leicht als ich Sarabande schrieb. Besonders da sie nach Windows kam, das eher seltsam ist, und Gemini Suite, das ziemlich schwierig und enrsthaft  ist. Mit Sarabande entdeckte ich mich selber als die Art von Komponist, zu dem ich werden sollte. Ich begann einen bestimmten Stil des Schreibens, und ich war sehr zufrieden mit Sarabande.

Danke an Vince Budd, der The Gemini Man geschrieben hat, einen tiefgehenden Blick auf Jon Lords orchestrales Werk.

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