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Um die Welt in 20 Konzerten: Jon Lord blickt auf 2009 zurück

Februar 4, 2010

Jon Lord in St. Petersburg, October 2009. Photo: Elena Blednykh

In diesem Teil von JonLord.org’s Neujahrs-Interview macht Jon Lord Inventur von 2009.

Letztes Jahr brachte Jon Lord hinaus auf den Weg rund um die Welt und in das Aufnahmestudio. Er komponierte ein Album mit neuer Musik und nahm es auf (lesen Sie die vorherigen Artikel – Links weiter unten), führte 20 Solokonzerte auf und trat bei einer Handvoll von besonderen Gastauftritten auf.

Von Edinburgh und Dublin zu eher abgelegenen Bühnen in Südkorea, Brasilien und Russland (um nur einige Wenige zu nennen) – trat Jon Lord in Ländern auf die er nie zuvor als Solokünstler besucht hatte.

– Ja, dies war ein unglaublich arbeitsreiches Jahr. Wir machten all diese Shows, und besonders die Lichfield Show fertig zu bekommen, To Notice Such Things zu vollenden, es aufzunehmen, dann all die Sachen für die Show mit dem College droben in Edinburgh zu arrangieren; die Concerto Show zum 40. Jubiläum in Dublin, und dann Russland und Bukarest und so weiter. Also war es eine ziemlich arbeitsreiche Zeit.

Rehearsing in Yekaterinburg, Russia, October 2009. Photo: Ilya Galkov

Edinburgh Meisterklasse
Eine außergewöhnliche Show war in Edinburgh wo schottische Musikstudenten das Concerto for Group and Orchestra und Child In Time mit Jon Lord aufführten.

– Edinburgh war eine erstaunliche Sache, und sehr stark die Art von Ding, die deine Seele absolut füllt. Mit jungen Musikern zu arbeiten die gerade erst am Anfang ihrer Karriere sind und deren Ideen darüber wie das Leben als Musiker sein könnte und was sie mit ihren Leben als Musiker anfangen würden; tatsächlich mit ihnen in dem Alter – 18, 19, 20 – arbeiten zu können ist pure Freude. Eine erstaunlich erfüllende Erfahrung.

– Ich war einfach hingerissen von der Qualität der Musiker von beiden Seiten der Münze; die jungen Musiker von der Royal Scottish Academy of Music and Drama waren in ihrem ersten Semester und dies war das erste Mal dass über 90% von ihnen in einem Orchester zusammen spielten. Sie waren alle offensichtlich hoch talentiert und brillant an ihren Instrumenten. Das ist es natürlich, weshalb sie an diesem College akzeptiert wurden.

– Und dies ist was wirklich fantastisch war. Dieses alte Schlachtross von einem Stück, das einen derartigen Aufruhr in der Orchesterwelt vor 40 Jahren verursachte, wurde jetzt als das erste Stück verwendet das die meisten dieser jungen Leute als ein Orchester spielen sollten.

Onstage with music students in Edinburgh, Scotland, October 2009.

In gewissem Sinne war das Concerto for Group and Orchestra 2009 eben so sehr ein Initiationsstück für die schottischen Musikstudenten, wie es eines für Jon damals 1969 war.

– Das ist die ziemlich hübsche Synchronizität am Ganzen: dass dieses Stück – das Erste das ich für ein Orchester geschrieben hatte, und so wirklich irgendwie zu schwimmen lernte während ich am Ertrinken war – nun, es zu hören wie es als Initiationsstück für junge Musiker 40 Jahre später gebraucht wurde war nicht nur gigantisch erfreulich sondern ich habe das Gefühl darauf kann ich irgendwie stolz sein. Es war eine riesige Freude es zu machen.

– Bezüglich der jungen Typen vom Stevenson College in Edinburgh, die die Rock-Instrumente spielten, sie waren fabelhaft. Großartige junge Leute mit einer Menge Gedanken darüber was sie tun wollen und wie sie es tun wollen. Und sie hatten keine Angst davor Vorschläge dazu zu machen wie sie ein gewisses Stück spielen wollten. Nun, am Anfang waren sie sehr nervös, denke ich, aber als wir Freunde wurden… Ich ging vier oder fünf Mal nach Edinburgh hinauf um mit ihnen allen zu arbeiten, und um gelegentlich nur dazusitzen und mit ihnen zu reden und mit ihnen ein Pint Bier zu trinken.

– Die Kritiken sprachen für sich so weit es die Öffentlichkeit betraf. Es war ein großer Erfolg – zwei Fünf-Sterne-Kritiken von den großen schottischen Zeitungen. Ich war erfreut und begeistert davon. Diese Art von Sache würde ich gerne wieder versuchen.

– Es bewirkte ebenso dass ich mich sehr bescheiden fühlte, einfach nur zu erkennen wie weit die Dinge fortgeschritten sind, und falls ich irgendetwas damit zu tun hatte auf die winzigste, geringfügigste Art, dann werde ich lächeln für die nächsten zwanzig Jahre oder mehr.

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Die Russischen Shows
Im Oktober hatte Jon Lord drei russische Shows in Jekaterinburg, St. Petersburg und Moskau. Dies bedeutete riesige Vorbereitungen zwischen den Shows.

– Wegen der Entfernungen, die damit zu tun hatten, musste ich separate Orchester und Dirigenten verwenden. Es war noch niemals zuvor so herausfordernd. Drei Konzerte in neun Tagen; am Tag der Ankunft probte das Orchester mit dem Dirigenten. Am nächsten Tag war es das Orchester mit der Band zusammen. Am dritten Tag, das Konzert. Und dann machte ich das drei Mal mit drei verschiedenen Orchestern und drei verschiedenen Dirigenten.

– Das ist es auch weshalb ich die Band verwendete die ich kannte – Cry Free aus Ungarn. Ich hatte mich zuvor wacker mit ihnen in Budapest und Bratislava geschlagen. Ich genoss es mit ihnen zu arbeiten. Sie sind gute Jungs und sie machen einen guten Sound.

– In St. Petersburg arbeitete ich mit einem wundervollen Dirigenten – Fabio Mastrangelo – und einem tollen Orchester. Wir hatten ein prachtvolles Konzert. Und gleichfalls in Moskau, das Moskau Symphonie Orchester war grandios – bis zum letzten Mann hinunter kamen sie um zu spielen. Und der Dirigent war auch wundervoll, Vladimir Ziva. Er war ein ziemlicher Konservativer, man könnte sagen etwas altmodisch aber das war nicht das Schlimmste dabei, sondern ein echter Zuchtmeister. Eine Menge das-Orchester-Anschreien während der Proben. Ziemlich alte Schule.

– Ich gewann ein paar gute Freunde. Sicherlich Fabio in St. Petersburg; ich erwarte wirklich, wieder mit ihm zu spielen. Viel erfreuliche Musik wurde dort gemacht, denke ich. Ich hatte einen Mordsspaß, und ich muss sagen die Konzerte selber waren fantastisch – sogar das in Jekaterinburg, was die größte Herausforderung war. Das Publikum war auf den Füßen und es war Zeit für stehende Ovationen. Tatsächlich bekommen wir stehende Ovationen überall, Kumpel, und es ist toll. Generell gesprochen denke ich nicht dass ich ehrlich meinen Finger auf irgendein Konzert in diesem Jahr legen kann und sagen dass es nicht wenigstens zu 95% erfreulich war.

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Römisches Amphitheater in Bulgarien
Im September führte Jon Lord eine Show im antiken Römischen Amphitheater in Plovdiv, Bulgarien, auf.

– Das Römische Amphitheater war ein großartiges Konzert – unter den Sternen und mit erstaunlicher Akustik. Es scheint so als ob die Römer vor 2.000 oder 3.000 Jahren mehr über Akustik wussten als wir jetzt. Absolut erstaunliche Akustik, wir mussten kaum etwas verstärken. Die Verstärkung war nur dazu da um das Spielfeld zwischen der Band und dem Orchester einzuebnen.

– Und ein fantastisches Publikum, das mitsang, in der Mitte applaudierte, wann immer es etwas hörte das es mochte, applaudierte es einfach. Yeah, es war großartig, sehr, sehr aufregend. – Der Dirigent war Nayden Todorov. Ein fantastischer junger Mann. Ich arbeitete mit ihm auch in Bukarest, was ebenfalls absolut wundervoll war.

– Noch einmal, das ist es was wundervoll war. Jede Nacht die ich in diesem Jahr gespielt habe, jedes von den 20 Konzerten, war etwas verschieden – unterschiedliche Gefühle und eine unterschiedliche Art. Eine der großen Freuden von orchestraler Musik ist dieser Unterschied jedes Mal – du hast 70 oder 80 Leute die zusammen spielen und alle versuchen eine Vorstellung zu geben. Also ist da dieses wundervolle Gefühl von Elektrizität in der Luft während dieser Konzerte.

– Ich sitze hier und höre das gute alte Concerto wieder und wieder und höre es unterschiedlich gespielt – langsamer, sanfter, lauter, leiser an verschiedenen Stellen. Es ist faszinierend. Es ist wunderbar. Es kann nicht besser werden. Ich bin unglaublich gesegnet, das zu tun. Es ist eine fantastische Erfahrung, absolut großartig.

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Purple Ballade?
– Ich habe einen Riesenspaß, und ich weiß jetzt wirklich dass ich vor sieben Jahren die richtige Wahl getroffen habe als ich Deep Purple verlassen habe. Es wurde mehr und mehr offensichtlich im Laufe der Zeit.

– Es war wahrscheinlich auch das Richtige für die Band. Ich hoffe es war nicht  für allzu viele Leute offensichtlich, aber ich war in den letzten Monaten oder Jahr nicht ganz da. Ich hatte immer ein Level unter das ich niemals zu fallen versuchte, aber mein Körper war noch immer in Deep Purple während mein Geist bereits fortgegangen war – er bewegte sich vorwärts – und das war nicht fair gegenüber der Band oder der Öffentlichkeit.

– Aber das Wissen das ich jetzt habe macht es leichter für mich zu sehen warum ich fortgegangen bin und ich freue mich wie ein kleines Kind.

– Und da sind sie, und haben noch immer Spaß. Lang mögen sie weitermachen. Ich bin sehr daran interessiert zu sehen was sie in letzter Zeit mit den Setlists machen. Das ist interessant und cool, und das ist es womit sie weitermachen sollten.

Sehen Sie Jon Lord auf der Bühne mit Deep Purple in Tokio am 15. April 2009:

– Ich denke die meisten Leute da draußen sind entweder alte Fans die für eine Dosis von etwas zurückkommen, das sie seit 20 Jahren nicht mehr hatten – oder es sind neue Fans die denken „Oh yeah, ich möchte die Band, die Smoke on the Water geschrieben hat, hören wie sie es live spielt,“ und Highway Star und Woman From Tokyo und yadda, yadda, yadda. (mehr weiter unten)

– Es ist ziemlich schwierig für die Band diese Wahl bezüglich wer spielt für wen zu treffen, also denke ich sie machen einen fantastischen Job. Ich hoffe auch dass Ian zu seiner Stimme schaut weil er der Einzige ist, der kein neues Instrument kaufen kann. Ian Paice sagte einmal über sein Schlagzeug „Ich habe es gekauft, also kann ich es auch zertreten.“ Unglücklicherweise kann Ian Gillan das nicht sagen. Daher hoffe ich, er kann so lange singen wie er singen will, und ich wünsche ihnen riesigen Erfolg.

– Ich hoffe sie gehen ziemlich bald zurück ins Studio und geben sich selber einen weiteren Aufschwung mit mehr Material. Es interessiert mich wirklich zu hören wie ein neues Album klingen würde. Vielleicht fragen sie mich sogar, ob ich ihnen einen Song schreibe. Es ist Zeit dass sie eine Ballade haben. Eine gute Ballade.

Lesen Sie frühere Teile von diesem Neujahrs-Interview mit Jon Lord:

Jon Lord: Neues Album zum Gedenken an Sir John Mortimer.
Interview: To Notice Such Music.
To Notice Such Things, Titel für Titel.

Kommen Sie zurück zu JonLord.org um den nächsten Teil des Interviews zu lesen – über Jon Lords zukünftige Pläne, Projekte und lose Ideen.

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