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Besprechung: Erstklassig, farbig und hineinziehend

April 9, 2010

Eine Besprechung von Gramophone Magazine über Jon Lords neues Album, To Notice Such Things:

J Lord
‚To Notice Such Things‘
To Notice Such Things. Evening Song. For Example. Air on a Blue String. ‚Afterwards‘ von Thomas Hardy
Cormac Henry fl Jeremy Irons spkr Jon Lord pf Royal Liverpool Philharmonic Orchestra/Clark Rundell
Avie ⓕ AV2190 (54′ . DDD)

Der Deep Purple Keyboardspieler würdigt John Mortimer

„Er war ein Mann der gewöhnlich solche Dinge bemerkte“ ist die letzte Zeile des Gedichtes von Thomas Hardy, in dem der Poet versuchte sich vorzustellen, was die Leute nach seinem Tod über ihn sagen könnten. Es war das Gedicht mit dem der Anwalt und Schriftsteller John Mortimer gewöhnlich seine reisende Einmann-Show schloss, in der sein Freund Jon Lord aufzutreten pflegte. Das Hauptwerk hier ist eine programmatische Suite in sechs Teilen für Soloflöte, Piano und Streichorchester, in der Lord Mortimers Kunst und Witz und Aspekte seines Lebens und seiner Karriere beschwört.
Bekannt von Lords früheren Werken für Konzerthalle ist sein flüssiges, erfreuliches Wieder-Vorstellen von Symphonischem Schreiben des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts und der Inhalt von Freunden, die darin abgebildet werden. Lord skizziert das „Programm“ von „At Court“, dem zweiten Satz der Mortimer Suite, wie das etwas Verdi oder Elgar hätten festlegen können: „John in seinem Ruhm in den späten 60ern, 70ern und frühen 80ern…einer der großen Anwälte, bekannt für seinen gewaltig schnellen Witz und seine Liebe für ein Streitgespräch. Er liebte ebenso Frauen…“ Auf dem Papier mag dies derivativ oder sogar kokett klingen, aber das Resultat klingt, in entzückender Weise, als ob Bartók in das London von 1930 gelockt worden wäre um mit Eric Coates oder Robert Farnon zu arbeiten.
Das zentraleuropäische Gefühl geht weiter in „The Stick Dance“, eine Illustration des Tanzens-durch-einen-Stellvertreter, das Mortimer, behindert durch einen Stock, im späteren Leben noch immer genoss. Da gibt es ebenso niedergeschlagenere Momente in denen Lords Wissen von Sibelius und Grieg gute Schatten wirft – in der Suite selber „The Winter of a Dormouse“ und „Afterwards“, und For Example, eine Weiterentwicklung eines Pianostücks als Tribut an das schwierige Leben von dem eigenen Lehrer des Komponisten. Das Album endet mit Jon Lord wie er Jeremy Irons Lesung des Gedichtes „Afterwards“ begleitet. Darbietung und Aufnahme sind beide erstklassig.
Mike Ashman

 

LORD
To Notice Such Things
Royal Liverpool Philharmonic Orchestra / Clark Rundell
Avie

Wir können die „Rock-Ikone taucht einen Zeh in klassische Gewässer“ Beschreibungen hinter uns lassen wenn wir über Jon Lord schreiben. Mit einigen gut aufgenommenen Alben auf seinem Konto können wir ihn zu seinen eigenen Bedingungen akzeptieren. Dieses erfreuliche und malerische neue Werk ist ein gefühlvolles (und gelegentlich unerschrockenes) Porträt von John Mortimer, das während es fortschreitet an Format wächst. Wunderbar, farbig und einbeziehend.

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